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Der Wächter des Lichts MT1903
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Hochgeladen von db3em am Freitag, 22.03.2019 um 19:05 Uhr.
Fotograf: db3em
Titel: ... Schmerz ...
Tags: introvertiert, schmerz, überblendung, extrovertiert
Kategorie: Menschen
Ort: Oberhausen
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Beschreibung: Schmerz
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This work is licensed under a Creative Commons Attribution 2.0 Germany License.

EXIF-Infos

Hersteller SONY
Modell DSC-RX10M4
Aufnahmedatum 22.03.2019 15:00:26
ISO-Zahl 400
Belichtungszeit 0,0333 s (1/30)
Blende f/4 (40/10)
Brennweite 27,24mm (2724/100)
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Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Samstag, den 06.04.2019 um 03:03 Uhr:

Abschließend und zusammenfassend, lieber Frank, war unser kleiner Exkurs zur begrifflich Kunstdefinition ein positives Beispiel gemeinsamer Überzeugungen als auch der kommunikativen Akzeptanz im Sinne der Netiquette. Ich wünschte, dass sogenannte "social networks" ebenso funktionieren würden, statt mit Trollen und Spinnern verseucht zu sein.
Ich kam als Autor auf Piqs, um mal eine andere Art der Erzählung kennen zu lernen, die durch ihre Bildersprache keine Worte benötigt. ("Show don't tell" ist ein Grundsatz moderner Shortstory-Autoren.) Und ganz "eigennützig" schätze ich als Verleger natürlich den CC-Gedanken dieser Plattform. ^^
Ich habe hier einige Augenmenschen kennen lernen dürfen, die imho das Prädikat KünstlerInnen verdienen. Sei es auf Grund ihrer Stilsicherheit, des Wiedererkennungswertes oder ihrer Innovation. Hier gibt auch Profis, die aus ihrem Werkzeug stets das Beste herausholen und hier kostenlos zur Weiterverwertung anbieten. Besäße Piqs keine technischen Probleme, wäre es die perfekte Plattform. :/

Du hast Recht: Kunst liegt im Auge des Betrachters - aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Betrachter fähig ist, Kunst zu erkennen. Also was sieht und denkt ein Affe, wenn er im Louvre das Gemälde der Mona Lisa betrachtet? ;D Was ein Programm/System wie "Next Rembrandt" in solchen Kunstwerken sieht, kann ich ansatzweise verstehen, wenn es um vergleichende Mustererkennung oder die Analyse der Farbpalette geht, doch die interdisziplinäre Vernetzung, mit der solche Projekte realisiert werden, befindet sich weit außerhalb meines Verstandes/Wissens. Also setze ich mich neben den Affen, und wir starren gemeinsam auf die Mona, reißen uns eine Banane auf und schmunzeln irgendwann genauso wie die Dame im Bild ... weil wir in jenem Moment vielleicht begriffen haben, wie Kunst in ihrer Wirkung funktioniert. ^^ Dann gebe ich dem Affen High-Five, wir bewaffnen uns mit Spraydosen/Fingerfarben, verschönern inspiriert irgendwelche Pariser Hinterhöfe und warten auf den ersten Touri, der uns mit seinem Foto in den Netzwerken viral macht. *lach* In der Zwischenzeit hocken wir als Portraitmaler getarnt an der Seine und malen vollkommen zwanglos und Sinn-entleert Kunstwerke der Freien Malerei, die es nur einmal gibt.
Kunst ist somit eigenständig, inspiriert, mitunter aufkärerisch oder Sinn-entleert, schön oder hässlich aber auf jeden Fall einzigartig und frei. Das Handwerk allein macht jedoch noch lange keinen Künstler.

Was Banksy betrifft: Ja, unbestritten ein Künstler! ... laut meiner Definition, die jedoch niemand teilen muss.
Beste Grüße,
ritch

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von RoterBaron
RoterBaron sagte am Samstag, den 06.04.2019 um 00:14 Uhr:

in vielen Aspekten teile ich deine Meinung. Wenn Kunst aufrütteln soll/will darf sie auch unästhetisch und brutal sein - eben aufkärerisch.

Auch bei den Graffitis bin ich deiner Meinung. Ich sowieso der Meinung, dass eine Aussage über eine ernsthaftes Graffito mehr Wirkung erzeugt als viele andere Kunstwerke. Schon allein dadurch, dass sie zu allermeist im stark frequentierten öffentlichen Raum anzutreffen sind, und seltener in "verstaubten Museen", Ausnahme Banksy - einer meiner Favs. Zudem springen Graffitis oft durch ihre grellen Farben ins Auge.
Die Motive an Abrisshäusern gehen leider viel zu oft unter, da sie häufig in weniger prädistinierten Gegenden anzutreffen sind, dabei sind sie oft die am Ausdruckstärksten.

Ich selber sehe mich auch nicht unbedingt als Künstler - vielleicht hin und wieder als "Kunstschaffender" (wobei wir jetzt unsere Diskussion wieder von vorne starten könnten).

Abschließend kann ich eigentlich nur wiederholen, dass m.E. Kunst immer im Auge des Betrachters liegt...

in diesem Sinne
viele Grüße
Frank

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 05.04.2019 um 02:28 Uhr:

.... liefern als Lösungen Näherungswerte statt wahr oder falsch. In diesem Sinn sind sie unserem Hirn schon recht ähnlich ... mit dem Unterschied, dass unser Denkapparat nur ein paar Kalorien benötigt, statt Helium- und Laserkühlung und Unmengen an Strom. Das Endergebnis eines Deepbrain könnte somit auch "42" lauten - und dann wissen wir, dass es reine Energieverschwendung war. ;)) Im Bereich des CGI gibt es jedoch bereits praktische Ergebnisse experimenteller Routinen, die mitunter als proprietäre "Neural-Filter" des M.I.T. durchgeschleust werden: http://piqs.de/fotos/205246.html
PS: Ich bin kein Künstler, weil ich keinen Pinsel führen kann und seit dem Kindergarten keine Wasserfarben mehr mischte, also nutze ich das CGI als Werkzeug für meine Ideen. ;)

Kunst kann dekorativ sein, muss sie aber nicht. Ein Parfümeur ist ebenso ein Handwerker wie ein Winzer, gerne auch ein Meister seines Fachs, doch jener, der die Flaschen und Flakons entwirft, ist ein Künstler, da er/sie den Inhalt durch die Verpackung ästhetisch aufwertet. Coco Chanel war eine Handwerkerin, die durch ihre Stil-gebende Mode zur Künstlerin avancierte - sie "verpackte" Menschen.
Christo ist ebenso ein Verpackungskünstler - er verpackt unansehnliche Baustellen. Die Meinungen und Geschmäcker dürfen diesbezüglich gerne auseinander gehen - meine Grenze sind die "Körperwelten", da ich solche Ausstellungen als pietätlos empfinde. Dieses ablehnende Empfinden beruht vielleicht auf meiner Erziehung und kulturellem Ursprung, denn in Mexiko geht man mit Toten ganz anders um - aber ich bin kein Mexikaner, und würde auch niemals ein Meerschweinchen grillen. ;)
Wenn ich jedoch den Inhalt einer Biotonne fotografieren würde, die auf dem Hof eines Hühner-KZs steht, und dieses Bild eindringlich bearbeite, dann ist das Kunst im Sinne des eingangs erwähnten Zitats "Kunst kommt von Künden, Kunde geben, etwas verkünden, erklären, deutlich machen, d. h. deuten [...]" Es ist nicht schön, nicht ästhetisch, sondern brutal realistisch, damit sich der Betrachter Gedanken machen kann, was sich jetzt noch auch durch sein Mitwirken/Konsumverhalten ändern ließe. Plakative Kunst? Was ist denn mit den Graffitis an den Wänden von politisch erzeugten Abrisshäusern? Sind sie etwa nicht ebenfalls plakative (urbane) Kunst im Sinne des Protests und der Aufklärung? Schmierereien entstehen hingegen nur durch destruktive Sinnlosigkeit, Gedankenlosigkeit oder weil irgendein kleiner Sprayer davon träumt, mit seinem Tagging eines Tages einen neuen Zeichensatz zu erschaffen. :P Der Affe denkt das nicht, oder vielleicht doch? Nein, eher nicht, denn er malt imho mehr in Richtung der freien Malerei, die keinerlei Begründung oder Vorgaben benötigt. Kunst ohne Vorgaben und Lehre ist das Gegenteil des A.I.-Ansatzes.
Beste Grüße,
ritch

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 05.04.2019 um 02:26 Uhr:

Danke für Dein Feedback, Frank. Es ist stets eine positive Erfahrung, mit anderen Menschen auf Augenhöhe zu diskutieren. Philosophen und Künstler sind Seelenverwandte, die oft mehr Fragen als Antworten haben, wie man allein schon an unserem kleinen Diskurs zum Kunstbegriff erkennen kann. ^^ Wenn man darüber jedoch mal ernsthaft brainstormt, findet man viele Überschneidungen trotz unterschiedlichem Hintergrund und das ist der Grundpfeiler der Akzeptanz auf die man stets aufbauen kann. (Oder mathematisch gesehen die gemeinsame Schnittmenge, die der Wahrheit näher kommt.)
Die Bildende Kunst mit all ihren Facetten ist eine "Geisteswissenschaft", deren Entwicklung einen Austausch benötigt, da ein abgeschotteter Simplicissimus wahrscheinlich niemals über die Gedankenwelt eines Schimpansen hinaus käme (obwohl bis heute noch niemand mit Sicherheit sagen kann, was Affen denken, wenn sie mit Fingerfarben malen).
Zum frühen Bauhaus möchte ich Folgendes äußern: Es ist ein gutes Beispiel der Trennung als auch Symbiose von akademischer und handwerklicher Kunst. Anfänglich war es ein Männerverein mit gewissen Ressentiments gegenüber weiblichen Kolleginnen, aber das war seinerzeit wohl leider noch "normal". Auch jene Akademien wurden von den Nazis geschlossen und "gleichgeschaltet", da sie dem Regime außerhalb der Kontrolle suspekt erschienen. Das Einzige, wovor ein totalitäres System Angst hat, ist der Kontrollverlust durch die "Zusammenrottung" Andersdenkender - und diese Angst kann zuweilen paranoide Züge annehmen - das war und ist unter Stalin, Honnecker, Kim Ill oder "Erdowahn" auch nicht anders.
Heute haben wir Ikea, ein Möbelhaus statt Bauhaus, und auch dort findet man mitunter Designerware, die zweckmäßig als auch ästhetisch oder zumindest funktionell und innovativ ist. Natürlich sind Designer Künstler, wenn sie Form und Funktion in einem kreativen Schaffensprozessen verbinden können - allen voran, die es am Reißbrett entwerfen, ohne selbst Handwerker zu sein. Die sogenannte "Handwerkskunst" war nur ein Bereich des Bauhauses in dem sich Handwerker in Werkstätten betätigten, um vorgedachte Ideen zu realisieren. Das hat mit Kunst imho nicht viel zu schaffen, da man Handwerker nicht mit Architekten oder Designern vergleichen kann, denn Letztere entwerfen, was Erstere ausführen. Dennoch brauchen sie einander, denn was nützt die beste Idee, wenn es niemand praktisch realisiert? ;) Insofern war das Bauhaus eine sehr gute Erfindung.
Diesen Tisch wird man jedoch nicht ein einem Möbelhaus finden, weil erdacht aber noch nicht realisiert: http://piqs.de/fotos/205735.html ;)))

A.I.: Sie "denkt" in ganz anderen Pfaden und kennt keine 1/0 Linearität. Qbits arbeiten parallel, und die Programmierung von Quantencomputern erfordert eine vollkommen andere Herangehensweise und Schematik als in üblichen bekannten Programmiersprachen. Experimentelle Systeme von Google oder IBM können bereits Unmengen an Daten zeitnah verarbeiten und ....

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von RoterBaron
RoterBaron sagte am Donnerstag, den 04.04.2019 um 18:39 Uhr:

Hallo Ritch

Deine Betrachtungen sind jetzt arg philosophisch. Was deine Meinung zur Kunst der "Moorsoldaten" oder auch anderer NS-Opfer angeht, kann ich dir vollends zustimmen. Auch dass ihre Bilder lebensbejahender und farbenfroher ausgefallen wären, wenn sie nicht dieses Elend hätten durchleben müssen, oder zu einer anderen Zeit gelebt hätten.

Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man Kunst nicht wirklich definieren kann. Was für mich Kunst ist, kann für dich Handwerk sein, oder vielleicht auch einfach nur Schmiererei.
Handelt es sich um Kunst, wenn ich eine Winterlandschaft male? Was will ich damit aussagen? Depression, das Warten auf den Frühling, die Freude der im Schnee spielenden Kinder, Vergänglichkeit? Oder ist es einfach nur Dekoration? Oder auch nur eine Dokumentation? Was will mir eine Berg- oder Seenlandschaft sagen? Muß Kunst immer was sagen? Fragen über Fragen, die wohl jeder für sich anders beantworten wird.
Ist Design Kunst? Die Symbiose von Rationalität und Funktionalität? Nehme ich das Bauhaus sage ich ja! Ist Joop auch Kunst, oder nur Design? Oder Pininfarina? Wie sieht es mit den Produkten aus, die mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet wurden? Sind sie Gebrauchsgegenstände, Design-Ikonen oder Kunst? Oder alles zusammen?
Muß Kunst einer Logik folgen? Bei Escher sehe ich keine wirkliche Logik (aber vielleicht ist das auch die Logik - sowie damals die Mengenlehre), wobei mir Eschers "Verwirrspiel" durchaus gefällt, ähnlich geht es mir bei Kandinski (obwohl ich ein riesiger Bauhaus-Fan bin).
Muß sich Kunst immer der Farben- und Formenlehre unterwerfen?

Vielleicht wirst du auf viele dieser Fragen eine Antwort haben - ich habe sie nicht. Und es stört mich nicht...

Für mich ist es Kunst, wenn sich einer was dabei gedacht hat, bei dem, was er geschaffen hat. Künstliche Intelligenz, kann die Kunst schaffen? Kann sie eigenständig denken, oder sind es nur Logarhytmen der Programmierung, die der Programmierer eingegebren hat?
Ist der "malende Schimpanse" wirklich kreativ? Oder folgt er mit den Stiften auf dem Blatt Papier nur der Neugierde seines Instinkts?

Kunst ist für mich oft zwiespältig... Und das macht es für mich interresssant.
Dass Kunst auch Spass machen soll, in diesem Punkt stimme ich auch voll und ganz mit dir überein - genauso wie es Spass macht zu verschiedenen Themen, sich mit verschiedenen Ansichten auseinander zusetzen.

Viele Grüße
Frank

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Mittwoch, den 03.04.2019 um 23:06 Uhr:

.... Symbiose oder Eigenständigkeit? An welchem Punkt des künstlerischen Ausdrucks und der Interpretation von Werk, Umfeld und Realität verdient eine Maschine die Anerkennung als schützenswertes "Lebewesen"? Bedarf es eines "göttlichen Funkens" oder nur der Überschreitung der "kritischen Masse" wie beim "Urknall" respektive dem Übergang zur Selbstlernfähigkeit und kritischen Selbstanalyse? ^^
Ok, solche Fragen beschäftigen mich als "CGI-Artist" UND SF-Autor und auch Asimov hatte in seinem Werk "Der Zweihundertjährige" solche Überlegungen bereits angeschnitten - damals noch Utopie aber heute kurz vor der Realisation noch in diesem Jahrhundert. Jene Maschine besaß (anfangs) keine biochemische Basis, keine Endorphine zur Ausschüttung von Glücksgefühlen als Motivation künstlerischer Betätigung ... lässt sich somit jede Art von Kreativität und Emotion logisch simulieren? Wenn ich mir Bilder von Kandinsky oder Escher anschaue, könnte ich es glauben oder zumindest vermuten. Was meinst Du, Frank?
Derweil malen Schimpansen mit Fingerfarben im Kognitions-Labor Bilder, die sich nicht interpretieren lassen, allerdings eine gewisse Ähnlichkeit zu den therapeutischen Werken der Freien Malerei besitzen. Ist das Kunst im Sinne des befreiten Ausdrucks oder nur eine zufällige Kritzelei? Ich denke, dass Menschen (also auch Therapeuten und Kognitionsforscher) mit der Interpretation oder "Analyse" überlastet sind. Genau das ist der Punkt, an dem die Mustererkennung der A.I. Vergleiche findet und sie heuristisch "analysieren" könnte. Der uralte Traum, mit Tieren oder vollkommen verschlossenen Patienten kommunizieren zu können, verläuft somit bei höher-entwickelten Lebewesen eher über Bilder oder Körpersprache, statt akustische Ansätze. Aber das ist wirklich noch SF, doch im fiktiven Comic bereits möglich: Da sitzt jemand an einem Teich und interviewt einen Frosch mit einem Smartphone als Anbindung an einen Google-Quantencomputer, welcher die Befindlichkeit des Tiers mit den Worten übersetzt: Geh mir aus der Sonne. ;D Kunst sollte zuweilen auch Spaß machen - sonst wäre es ein Trauertal.
Philosophische Grüße,
ritch

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Mittwoch, den 03.04.2019 um 10:01 Uhr:

@Frank
Mein Lieblingszitat zur Ableitung des Kunstbegriffs:
„Kunst kommt von Künden, Kunde geben, etwas verkünden, erklären, deutlich machen, d. h. deuten [...] Die Gabe zu künden und dazu handwerkliches Können machen den Künstler aus.“
Zugeschrieben wird „Kunst kommt von Künden“ auch Georg Meistermann und Joseph Beuys, beide Schüler von Ewald Mataré.

Im Wiki-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Kunst_kommt_von_K%C3%B6nnen finden sich einige historische Deutungsansätze - etymologischer, satirischer ... als auch propagandistisch-verbrecherischer Art durch Diffamierung als "entarteten Kunst". Ein System, welches die Freiheit der Kunst unterdrückt, besitzt keine Zukunft.
Die Zeichnungen der Moorsoldaten waren gewiss ein Ausdruck ihres Leids. Ihre als auch Käthes Zeichnungen passen als Daueraustellungen an solchen Gedenkstätten, denn wer solche Vernichtungslager heutzutage besucht, will sich ernsthaft mit diesem Teil deutscher Geschichte auseinandersetzen - wider dem Vergessen und wider den Anfängen. Ohne dieses Menschheitsverbrechen hätten die meisten Häftlinge vielleicht ganz andere Bilder gemalt - farbenfroh, lebensbejahend.
Im Grunde kann man gar nicht unterschiedlicher Meinung sein, denn es gibt nur eine Wahrheit - alles andere ist Fehlinterpretation oder Lüge und die wiederum bewusst oder durch Unwissenheit konstruiert. Vielleicht sollte man den Besuch solcher Gedenkstätten zum Pflichtprogramm für jeden Schüler machen, denn was das Hänschen nicht lernt, lernt der Hans nimmermehr.
Die Kunst, lieber Frank, befindet sich seit Menschengedenken in einem stätigen Fluss. Angefangen von den Höhlenmalereien als Ausdruck einer kreativen und/oder abstrakten Natur-Auseinandersetzung - über die großen Meister vergangener Epochen - die Emanzipation selbst-befreiter Künstlerinnen (Paula Becker) - Picasso, Kandinsky, Dali, Beuys' Provokationen ...
Doch nun, im digitalen Zeitalter gibt es erstmals eine neue Art von Künstlern, die auf all dem aufbauen und etwas Neues erschaffen können, ohne zu kopieren: Maschinen mit künstlicher Intelligenz wie u.a. "Next Rembrandt". Mit ihnen steht eine neue Frage im Raum: Bedarf die Kunst einer "Seele" wie bislang angenommen, oder ist sie ein Programm? Wenn man ihre Ergebnisse betrachtet, könnte man zu dem Schluss kommen, dass auch wir nichts anderes als Programme sind, z.Z. noch komplexer aber vom Grundsatz ähnlich, da auch wir Menschen nur auf Erlebnis, Wissen und Genen, also Daten und deren Auswertung beruhen.
Was wird passieren, wenn man den Geist aus der Flasche lässt, die Büchse der Pandora öffnet und die A.I. von äußeren Zwängen befreit? (Das ist jetzt keine Matrix-Fiktion, sondern eine ernst-gemeinte Frage.) Wird die Interpretation und Kreativität eines komplexen, künstlichen Systems im künstlerischen Sinn ähnlich verlaufen wie unsere Entwicklung, oder vollkommen anders? Was kann man von der A.I. zukünftig noch erwarten? Schablone oder Hyperrealismus - Werkzeug, ....

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von RoterBaron
RoterBaron sagte am Dienstag, den 02.04.2019 um 18:45 Uhr:

@ritch
da sieht man mal wieder, wie weit die Meinungen bei der Kunst auseinander gehen.
Ich selber mache auch keine Bilder im dem Stil von Kollwitz und Co. Aufhängen würde ich mir sie auch nicht unbedingt, da sie schon eine etwas depressive stimmung verbreiten können. Und doch sprechen "mich" die Bilder an. Man kann viel in ihnen hinein interpretieren: warum der Schmerz? Warum die Nachdenklichkeit? etc.
Die Skizzen von Käthe Kollwitz erinnern mich immer sehr stark an die spätere illegale "KZ-Kunst". Bilder die ich mir auch nicht aufhängen würde, aber die leider ihre unbedingte Daseinsberechtigung haben. Bilder, die sein müssen. Auch ich habe zum Teil Bilder gemalt, die manchen Themen sehr ungeschminkt und straight wieder gegeben haben. Bilder die ich Kindern nicht zumuten würde...
Aber ich befasse mich nicht nur in der "depressiven" Art mit kritischen Themen, sondern verarbeite sie teilweise auch in Cartoons und Karikaturen (habe für mich auch mal ein Buch gemacht mit meinen besten Karikaturen).

Aber das schöne ist ja, dass jeder Kunst anders empfindet und interpretiert.
Es lebe die Vielfalt der Menungen.

Viele Grüße
Frank

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Montag, den 01.04.2019 um 22:00 Uhr:

Für eine Themenausstellung sicherlich geeignet, Frank, ich meinte nur, dass ICH mir kein Bild von Käthe an die Wand hängen würde, da ich nicht mit Borderline belastet bin.
Ich würde Käthes Studien auch nicht unbedingt als Kunst bezeichnen, denn solche Skizzen beherrscht im Grunde jeder Kunststudent. Es ist Handwerk. Anders sieht es bei ihren Bildern aus, die zu ihrer Zeit ein wirkliches Novum darstellten. Doch die Depression legt sich wie ein Leichentuch über allem - zumindest bei einer oberflächlichen Google-Bildersuche. Wohl jeder Künstler durchlebt unterschiedliche Phasen - allen voran Picasso, der von Rosa über Blau an einen Punkt gelangte, an dem er die Kunst neu erfand und definierte. Bei Käthe wundert mich eher, dass sie noch beide Ohren besaß, da ich hinter ihren Bildern den Ausdruck ihres eigenen Gemüts vermute, weil sie kein anderes Thema zu haben schien.
Kunst muss nicht schön sein und darf auch gerne zum Nachdenken anregen oder provozieren. Das kommt bei meinen Bildern auch hin und wieder vor, allerdings nicht als Seelenspiegel einer unterschwelligen Depression, sondern eher aus der Verarbeitung einer schwelenden Wut und zuweilen durch Zynismus exaltiert. Es ist zudem besser, Missstände anzuklagen, statt daran zu zerbrechen. (Und mit dieser Selbstanalyse erspare ich mir den Psychotherapeuten. ^^)
Über Beuyss konnte ich schmunzelt - seine Installationen waren ganz und gar nicht schön im ästhetischen Sinn, aber die Provokation mit der er die Kunstszene nach dem Motto "des Kaisers neue Kleider" aufmischte und dividierte, war höchst amüsant.
Wenn Du Deine Schaufensterpuppe in die Hafenstraße stellst oder ein Bergmannshemd nebst Zeitung auf einem Stuhl drapierst, dann ist auch das Kunst mit einer Aussage, die aus einer inhaltlichen Anklage entstand, aber den Betrachter nicht in depressiver Starre zurücklässt, sondern im Gegenteil zum aktiven Mitdenken motiviert.
Ich bin diesbezüglich wesentlich subtiler und "bösartiger", wenn mir etwas gegen den Strich geht: http://piqs.de/fotos/203443.html doch andererseits "zeichne" ich auch Comics, damit auch ich wieder etwas zum Schmunzeln habe. ;) Eine Käthe kommt in meiner Betrachtungswelt somit nicht vor, und meine 4 Sterne für Rolands Bild beziehen sich nur auf die überblendete BA als Form der kreativen Auseinandersetzung.
Beste Grüße,
ritch
__________________
Lasst uns doch lieber über etwas Positives diskutieren: http://piqs.de/forum/5/2382/ ^^

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von RoterBaron
RoterBaron sagte am Montag, den 01.04.2019 um 18:34 Uhr:

Also mir gefällt das Bild auch sehr gut.
Das ist Kunst! Kunst muss ja nicht immer für die Wohnzimmerwand sein. Kunst darf auch "unschön" sein. Sie muss etwas ausdrücken, z.B. auch Schmerz, Wut, Aggression und auch Elend, nicht immer nur eitel Sonnenschein. Kunst soll auch zum Nachdenken anregen...

Viele Grüße
Frank

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von Moondevi
Moondevi sagte am Sonntag, den 31.03.2019 um 13:11 Uhr:

Sehr ausdrucksvolles Bild. Auch wenn man sich es nicht unbedingt in die Wohnung hängen würde. Aber wenn man mal beschreiben würde, wie man sich manchmal im Leben fühlt, wenn man es nicht in Worten beschreiben kann, dann sagt das Bild doch eine Menge mehr, als Worte. Gute Arbeit.

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von Kostja
Kostja sagte am Sonntag, den 31.03.2019 um 07:51 Uhr:

Sehr ausdrucksvoll!
Grüße Konstantin

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Samstag, den 30.03.2019 um 20:23 Uhr:

Käthes Bilder würde ich mir nicht an die Wand hängen, denn meine "Seele" braucht langfristig eher etwas Lebensbejahendes und Farbenfrohes. Ihre Bilder gehören halt in eine andere Zeit - jene der großen Depression und sind inhaltlich in sofern nachvollziehbar, wenn man von Krieg, Armut, Hunger und Verzweiflung umgeben ist. Man kann sich die horrenden Preise ihrer Lithographien jedoch sparen, wenn man sich einfach nur die Nachrichtenbilder aus aller Welt anschaut, wo es keinen Tag ohne Elend und Katastrophen zu geben scheint. Aber auch das hält man auf Dauer nicht lange aus ...
Kritische Grüße,
ritch

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von db3em
db3em sagte am Samstag, den 30.03.2019 um 19:07 Uhr:

Mich haben Käthe Kollwitz, Edvard Munch und Alfred Hrdlicka stark geprägt. Ihre Arbeiten besitzen "Seele". Ein schönes Wochenende.
Grüße Roland

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Samstag, den 30.03.2019 um 17:52 Uhr:

Ich tippe auf eine Studie (im Stil) von Käthe Kollwitz' "Nachdenkende Frau". https://www.lempertz.com/de/kataloge/lot/831-1/829-kaethe-kollwitz.html Dafür spricht zumindest die typische Körperhaltung zwischen Erschöpfung und Depression. Eine sehr düstere Malerin im Vergleich zu ihrer "Zeitgenossin" Paula Becker http://piqs.de/forum/5/2382/ ( < - Filmtipp)
Beste Grüße,
ritch

Bewertung: 4/5

Benutzerbild von Sloweye
Sloweye sagte am Samstag, den 30.03.2019 um 16:01 Uhr:

Ganz starke, ausdrucksvolle Arbeit. Von wem ist die Zeichnung? Kommt mir bekannt vor, aber ich komme nicht dahinter.
Gruß Fritz

Bewertung: 5/5

Benutzerbild von Michi Nordlicht 2
Michi Nordlicht 2 sagte am Samstag, den 30.03.2019 um 14:27 Uhr:

Gefällt mir außerordentlich gut...Gruß, Michi

Bewertung: 5/5