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Verunsicherung durch die neue EU-DSGVO

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Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Montag, den 07.05.2018 um 01:17 Uhr:

Die Entwicklung steht bereits seit Orwell fest, da der gläserne Bürger mittlerweile im Informationshandel ein kommerzielles Gut ist, liebe Gudrun. Das ist schon länger keine Science Fiction mehr, sondern eine Tatsache fern ab irgendwelcher konstruierten Verschwörungstheorien.
Im Zweifelsfall fotografiere Frösche, denn die besitzen (leider) noch keine Lobby-Anwälte. Du kannst das als Natur- und Tierfreund nachweislich - und ich überhäufe Dich gerne und guten Gewissens dafür stets mit Sternen. ;) In jenem Fall geht es schließlich nur darum, durch virale Verbreitung eine Lobby zu erschaffen, um wehrlosen Lebenwesen, die älter sind als die Dinos, das Überleben zu sichern. Manche mögen meinen Frosch-Tick vielleicht als Spinnerei bewerten, aber Du kennst ja mein exemplarisches Umweltschutz-Argument: Wenn der letzte Frosch ausgerottet wurde, wird es auch keine Menschen mehr geben. Mir könnte es vielleicht egal sein - nach mir die Sintflut - aber ich habe Kinder, die in einer Welt aufwachsen, die immer irrsinniger und egomaner zu werden scheint.
Ich fotografiere keine Menschen, weder mit ihrer Erlaubnis, noch gegen ihren Willen (Portraits bestätigen als Ausnahme die Regel, aber die habe ich bislang auch nicht veröffentlicht). Also berührt mich dieser Verordnungsirrsinn nicht. Öffentliche Bilder stammen aus einer Zeit, als es solche Gesetze noch nicht gab, also ganz legal, denn man kann niemanden rückwirkend mit Einführung neuer Gesetze bestrafen (außer in einer willkürlichen Diktatur).
Selbstverständlich dürfte ich ein Foto meiner kleinen Tochter hochladen als sie ein Jahr alt war - falls es jemanden interessiert - da sie heute erwachsen ist und sie somit niemand wiedererkennen könnte. Als Erziehungsberechtiger besaß ich auch das MR. ;D Aber natürlich würde ich sie zuvor dennoch fragen, ob sie damit einverstanden wäre, da ich auch ihr Persönlichkeitsrecht (nicht erst nach neusten Verordnungen) respektieren muss, weil sie schließlich noch immer der gleiche Mensch ist.
Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Gudrunursula
Gudrunursula sagte am Samstag, den 05.05.2018 um 16:41 Uhr:

Ich bin heute hierüber gestolpert: https://www.lead-digital.de/dsvgo-vorsicht-kamera/
Nun habe ich Jürgens Link gelesen. Da ist nun eine gewisse Diskrepanz, was nun erlaubt sein wird, was nicht; dass auf alle Fälle Anwälte einiges mit den Unklarheiten verdienen werden, scheint vorprogrammiert.

Vielleicht fotografiere ich zukünftig am besten nur noch Blumen und Insekten. Da dürfte man ja auf der sicheren Seite sein.
Bei beispielsweise traditionellen Umritten, bei denen auf jedem Foto eine Menge Menschen als Zuschauer zu sehen sind, vergeht mir wohl zukünftig der Spaß, denn natürlich schaue ich mir die Bilder nicht nur daheim am Computer an, sondern möchte sie auch über FB mit anderen (Pferde-)Freunden teilen.

Selbstredend sollte man Fotos von Kindern nicht im Internet verbreiten oder Personen fotografieren, die aus der 'Menge' herausgegriffen werden, Bilder von Leuten, die man mit für sie peinlicher Mimik oder Haltung 'erwischt' hat... etc. Aber da sollte doch jeder ein Gespür für die Grenzen haben.

Hingegen wenn jemand eine Veranstaltung besucht, sei es Konzert, Sport oder das Maibaumaufstellen, dann müsste derjenige selbst damit rechnen, dass er als Beiwerk auf einem Foto zu sehen sein wird - und keiner ihn nach einer Genehmigung zu fragen hat.

Mich verunsichert das alles. Eigentlich weiß wirklich niemand genau, welche Rechte zur Anwendung kommen. Wer hat schon Lust darauf, sich für jedes (geteilte/öffentlich gemachte) Straßen- oder Veranstaltungsfoto hinterher erst einmal mit Anwälten zu beschäftigen, ob das nun erlaubt war, oder nicht, ganz zu schweigen von den Kosten und dem Zeitaufwand.

Einerseits gibt es immer mehr Überwachungskameras, andererseits wird der Datenschutz hoch gehalten. Da bin ich wirklich gespannt, welche Entwicklung alles nehmen wird.

Liebe Grüße
Gudrun

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Samstag, den 05.05.2018 um 10:13 Uhr:

Welches Bild? 8)

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Freitag, den 04.05.2018 um 23:00 Uhr:

Ein Bild sagt manchmal mehr als 1000 Worte. 😎

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 04.05.2018 um 16:10 Uhr:

Ist Deine Tastatur kaputt, oder möchtest Du nicht über dieses Thema diskutieren? ;)

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Freitag, den 04.05.2018 um 15:31 Uhr:

🤔👍

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 04.05.2018 um 14:53 Uhr:

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich mag diesbezüglich vielleicht ein Querulant sein aber gewiss kein AFD-Wähler oder methodischer "Reichsbürger". Läge es in meiner Verantwortung, Gesetze zu erlassen, würde ich das "Recht am eigenen Bild" als Erstes aufheben, da jeder, der sich vor die Tür begibt damit rechnen muss, fotografiert oder gefilmt zu werden. Wer das partout nicht will, hat vielleicht einen guten Grund, sich zu verbergen, und darin liegt wiederum der suggerierte Sinn eines "Überwachungsstaates", wenn die Überwachung der prophylaktischen Vermeidung von Straftaten dienen würde. Dient es der Profilaxe? Nein, in keinster Weise, da Videomitschnitte von Selbstmord-Attentätern eher als Werbung dienen, um andere Bekloppte zu rekrutieren. Die somit suggerierte "Sicherheit" ist nur ein Blendwerk für dumme Bürger. Aber mir kann es egal sein, denn ich in kein Terrorist. ;)
Der Schutz von Erzeugnissen professioneller Fotografen ist davon natürlich ausgenommen, weil sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten, und das sei ihnen auch gegönnt, weil sie ausgebildete Handwerker oder sogar Künstler sind. Würde jemand eine meiner Kurzgeschichten unter eigenem Namen veröffentlichen, würde ich natürlich auch ein großes Fass aufmachen und den Dieb zivilrechtlich an die Wand klagen. ;)
Aber es gibt Ausnahmen der bereits erwähnten Paparazzi, die auf der Jagd eine Prinzessin ermordeten. Mögen sie in der Hölle schmoren, diese Mistfinken, denn ein verwackeltes Foto rechtfertigt in keinster Weise den in Kauf genommenen Tod eines Menschen. * grummel*
Das war nun meine persönliche Meinung, über die man nicht streiten sollte, aber gerne diskutieren darf.
Freie Bilder freier Menschen in einer freien Welt - Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Freitag, den 04.05.2018 um 09:16 Uhr:

Klasse Link! Vielen Dank fürs Suchen und Teilen!

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Donnerstag, den 03.05.2018 um 19:27 Uhr:

https://www.rechtambild.de/2018/05/fotografieren-in-zeiten-der-dsgvo-grosse-panikmache-unangebracht/

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Mittwoch, den 02.05.2018 um 19:07 Uhr:

Dir hilft es vielleicht nicht weiter Jürgen, aber mich berührt es nicht. Ich knipse was und wo ich will - ich darf nur nicht alles ohne Genehmigung im Netz veröffentlichen. Das ist die einzige Schranke. Unabhängig der irrsinnigen Gesetze sehe ich es so: Solange ich in Städten durch Überwachungskameras gegen meinen Willen gefilmt werde und keine Burka trage, nehme ich mir grundsätzlich das Recht, ebenso alles und jeden abzulichten, solange ich damit keine Prinzessin der Herzen in einer Hetzjagd an den Pfeiler klatsche.
Da meine Fotoapparate jedoch Vitrinenstücke sind und ich meist im CGI "fotografiere", kann es mir auch egal sein, was sich irgendwelche WELTfremden Politiker als nächstes ausdenken, um Bildschaffenden den Spaß zu verderben.
Ich erkenne leider keinen Sinn in diesen Verordnungen, solange es nicht um ein monetäres Copyright oder einen Gebrauchmusterschutz geht.
meinjanur,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Sonntag, den 29.04.2018 um 19:55 Uhr:

Das klingt ja nach einer ausnahmsweise mal guten Nachricht... ;-)

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Samstag, den 28.04.2018 um 16:47 Uhr:

DSGVO Betreffend habe ich mich mal mit "wem" in Verbindung gesetzt. Folgender Wortlaut scheint mir einiges zu klären.

Hallo Jürgen, ich beschäftige mich auch aus beruflichen Gründen viel mit der "neuen" DS-GVO.

So wirklich kann ich jedoch nicht sehen, dass es für den gennanten Zweck "Privater Bereich" Gründe für eine grundsätzlich
neue Betrachtungsweise zum Zustand vorher mit BDSG aF gibt.

Das sage ich wegen DS-GVO Artikel 2, Abs 2. lit c):
dejure.org - DS-GVO Artikel 2

Kommentar bspw. hier: Datenschutz-Wiki - Artikel 2

Auch das BDSG nF übernimmt nahezu wortgleich die Formulierung

BDSG nF - §1

Demnach findet die Verordnung für den genannten Zweck "Privater Bereich" gar keine Anwendung.

Natürlich ist man damit nicht einfach raus und kann tun und lassen was man möchte. Das gemeinhin "Recht am eigenen Bild"
genannte "Problem" gibt es natürlich weiterhin und kann wohl aus verschiedenen Gesetzen, Richtlinien und Rechtsprechung abgeleitet werden.
Daher ist ein "vernünftiger" Umgang mit Privat-Fotografie und deren Bildern nach wie vor erforderlich. Das war aber schon vor DS-GVO so,
gilt ab 25.05.2018 weiter und hat sich nicht geändert.

Nur hat meiner Meinung nach die DS-GVO damit reichlich wenig zu tun - jedenfalls für den gennanten Zweck "Privater Bereich".

Viele Grüße, ein sonniges Wochenende und gute Erkenntnisse bei der weiteren Auseinandersetzung mit dem spannenden Thema

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Freitag, den 27.04.2018 um 22:50 Uhr:

@ritch

Wie hilft mir das jetzt weiter?

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 27.04.2018 um 22:32 Uhr:

Diese ganzen überflüssigen Gesetze und Schutzrechte werden Portrait-Aufnahmen oder irgendwann vielleicht auch den gesamten Spaß an der Fotografie verderben. Als wenn die Gerichte nicht bereits belastet genug wären mit Bagatellen.
Nun, mir kann es eigentlich egal sein, denn meine Modelle können keine Verträge unterschreiben, geschweige denn mich aufgrund von Personenschutzrechten verklagen. ;)
https://www.buzzfeed.com/robynwilder/mr-head-and-mr-hand?utm_term=.kg677xErw#.lb3WWBJ27
Fehlt nur noch eine virtuelle Szenerie, Story und eine BA, die daraus "Fotos" macht.
unaufgeregte Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Freitag, den 27.04.2018 um 13:34 Uhr:

Ach du Sch...! ich plage mich gerade mit den Auswirkungen der DSGVO auf mein berufliches Umfeld herum - dann ist auch noch das Hobby davon betroffen?
Nur gut, daß der Inhaber der Plattform Medien-RA ist! Er wird sich gewiß bald hier mit hieb- und stichfesten Auskünften melden.

Benutzerbild von Huessi
Huessi sagte am Freitag, den 27.04.2018 um 08:22 Uhr:

Ich kann unsere Regierung nicht verstehen, die wurden doch gewählt um das Volk vor Schaden und Rechtswidrigkeiten zu bewahren. Und jetzt diese neue EU-DSGVO? Diäten erhöhen und die Hand aufhalten wenn es um Zuwendungen geht das können die wie aus dem effeff.

Noch weniger verstehe ich die EU-DSGVO.

Ich darf also auch Personen fotografieren wenn ich mir das vertraglich zusichern lasse? Mit dem Vertrag bin ich aber immer noch nicht abgesichert da die Person jederzeit diesen Vertrag widerrufen kann?

Bedeutet ich benötige einen Wust an Papieren wenn ich Beispielsweise
-- Personen auf einem Steam-Punk-Fest o. ä. fotografieren möchte
-- Band-/Eventfotografie vornehme
-- Fotos auf Veranstaltungen für unsere Vereine mache
--
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Wo bekomme ich rechtssichere Verträge oder Vertragsvorlagen her?

Gruß
Jürgen