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Thema "Royalty Free"
http://www.fotocommunity.de/info/Royalty_Free
Zitat:
"Royalty Free (im deutschen etwas missverständlich als "lizenzfrei" bezeichnet) ist eine Lizenzierungsart, in der der Kunde für sämtliche Veröffentlichungen ein einmaliges Honorar zahlt."
Wenn ich nun z.B. ein Bild eines beleuchtetn Eifelturms, eines Hundertwasser-Hauses oder eines australischen Ureinwohners auf piqs.de sehe, soll man darauf aufmerksam machen?
Muss ein solches Bild gelöscht werden?
Sind wir unter CC anders einzustufen, als Lizenznehmer, die dafür zahlen?
Weiss da jemand bescheid? (Unwissenheit schüzt vor Strafe nicht)
Ist ja nicht so, als wären wir hinter unseren Pseudonymen anonym... IP, Exif, Email...
Sollte das Thema schon behandelt sein, leite mich bitte jemand dorthin um!
VLG Fotodruide
Ich habe das Thema gerade erst entdeckt. Angesichts der aktuellen Diskussion um das Bild "WAND" ist es in der Tat sinnvoll, dieses Thema hier mal zu diskutieren.
Die Bilder, die hier eingestellt werden, stehen nach Bestätigung beim Upload unter der CC-BY-Lizenz (Version 2) bereit. Das heißt, solange der Fotograf alle Rechte am hochgeladenen Bild besitzt, stellt er die Fotos zeitlich unbegrenzt für Nutzer zur Verfügung, wenn diese den Namen des Fotografen und den Verweis auf die CC-Regelungen bei der Nutzung angeben.
Der springende Punkt ist aber: Die CC-Regelungen beziehen ausdrücklich die jeweiligen nationalen Regelungen zum Urheberrecht mit ein, in Deutschland z.B. das Urheberrechtsgesetz, aber auch andere rechtliche Regelungen. Das ist auch sinnvoll so, denn natürlich kann die freiwillige Zustimmung eines Fotografen zu einer CC-Regelung nicht geltendes nationales oder europäisches Recht aushebeln und so bestehende Schutzrechte unbeteiligter Dritter einschränken, die ggf. mit den CC-Regelungen nichts am Hut haben.
Das betrifft eine ganze Reihe von konkreten Urheber- und Bildschutz-Rechten:
- Bestehende Fotografenrechte für wesentliche Bildteile oder ganze Bilder, die natürlich nicht einfach wieder verwendet oder beliebig in eigene Bilder eingebaut werden dürfen. Wichtig ist hier der Begriff der „Schaffenshöhe“, das heißt - grob gesagt - die Originalität des Bildes. So wird sich kaum ein Fotograf verklagen lassen müssen, weil er einen blauen Himmel fotografiert hat und dieser schon mal vorher fotografiert wurde, aber sobald eine kreative oder gestalterische Eigenleistung beim Ursprungsbild sichtbar ist, wird es kritisch. Das betrifft natürlich genauso die Reproduktion von Kunstwerken u.ä.
- Wichtig ist außerdem die Berücksichtigung von Markenrechten und -zeichen: Wenn z.B. eine durchgestylte Flasche eines bekannten amerikanischen kaffeebraunen Erfrischungsgetränks im Zentrum eines Bildes steht oder wesentlich zum Bild dazugehört und als solche auch klar erkennbar ist: Finger weg mit CC, das kann teuer werden. Das gleiche gilt für Automarken, Lebensmittelketten, Zigarettenmarken u.s.w. Das sehen zwar nicht alle Markeninhaber gleich pingelig, aber man muss ja nicht alles ausprobieren … Wenn bei einem Foto zufällig eine bestimmte Automarke im Hintergrund steht, sollte das wohl eigentlich egal sein, aber selbst über solche Fälle haben angeblich schon hoch bezahlte Juristen vor Gericht gestritten.
- In einen ähnlichen Zusammenhang fallen auch gesonderte Eigentums-Bildrechte wie beim Eiffelturm bei Nacht, beim Hundertwasserhaus, bei den Bauten des Preußischen Kulturbesitzes und bei den meisten architektonischen Gebäuden. In Deutschland gilt zwar das Panoramarecht (das heißt, alles was ich von öffentlichem Grund aus fotografiere, ist frei von gesonderten Rechten), aber auch da streiten zu den Details die Rechtsgelehrten. Außerdem sieht das z.B. in Italien ganz anders aus, da gibt es dieses Recht leider nicht. Wirklich helfen tut hier nur das „Property Release“, d.h. die ausdrückliche Vereinbarung zwischen Besitzer eines Gebäudes und dem Fotografen, das man das Gebäude fotografieren darf.
- Und dann die berühmten Persönlichkeitsrechte: alle Stockfoto-Agenturen verlangen die bekannten Model Releases, d.h. eine Zustimmung zur Nutzung von Gesichtern und anderen Körperteilen für das Produkt „Foto“. Wenn diese Freigabe fehlt, kann völlig unabhängig von ggf. erteilter CC-Rechte der fotografierte Mensch nachträglich Persönlichkeitsrechte (sprich: Euros oder Dollars) geltend machen. Und im Nachhinein ist man da meistens in einer schlechten Verhandlungsposition. Insbesondere Vorsicht bei Bildrechten von Kindern: die Freigabe können die Eltern nur bis zur Volljährigkeit der Kinder erteilen, ab 18 können die ehemaligen Kinder das dann ganz anders sehen …
- Es gibt noch ein paar Sonderfälle, aber ich glaube, die wesentlichen Punkte waren das. Wenn ich was vergessen habe, bitte ergänzen.
Das rechtlich Praktische für den CC-Erfinder Lawrence Lessig ist: der Fotograf erklärt mit der CC-Freigabe faktisch, dass er alle Rechte am Bild besitzt. Im Zweifel haftet damit der Fotograf für jede Form des Schadensersatzes (aus meiner Sicht damit auch für alle Nutzungen der Bilder). Und da auch bei PIQS die Nutzung der Bilder nicht wirklich zu kontrollieren ist, sollten wir alle die wesentlichen rechtlichen Regelungen zu diesem Thema beherzen und nicht zu viel Risiko auf uns nehmen.
Ich habe noch eine Reihe sehr schöner Bilder (meine Meinung ;) in petto, die ich einfach aus purem Egoismus und Selbstschutz auf meiner Festplatte statt bei PIQS lasse. Diese ganzen Regelungen schränken zwar unsere Handlungsfreiheit als Fotografen ziemlich stark ein, aber an dieser Stelle hilft kein Lamentieren. Der Rest ist schnöde Politik …
Ziemlich viel Text jetzt, aber kürzer ging's nicht.
Herzliche Grüße und schönen Abend noch,
Uli
Herzlichen Dank für diese sehr gute Zusammenfassung dieses Themas, Uli!
Es entpricht dem, was ich für mich zu dem Thema finden konnte.
Aber wie siehst du das, wenn dir als "mit dem Problem vertrauten" solch ein Bild bei PIQS auffällt ?(-da sind schon ein paar Licht-Eifeltürme und Hundertwasserhäuser dabei)
Mein "Problem" auf PIQS :
Ich habe ein mulmiges Gefühl, anderen ihr stolzes Kunstwerk zu vergällen (noch weniger bei guten Bewertungen), aber ich will auch nicht wegsehen, wenn dann Probleme entstehen .
ich möchte ja auch Infos dieser Art erhalten.
Für mich habe ich folgende Regel:
Ich bewerte wie Vorgesehen und setze den Link (s.oben ) dazu. Was der PIQSer dann tut ...
Ich rate, auf das Bild zu verzichten.
Lichtschreibergruß von fotodruide
Dank an Uli!
Schon oft hier im Forum dargestellt und diskutiert... aber man kann tatsächlich nicht genug auf die lauernden Gefahren hinweisen
und immer wieder mal warnen!
Aus genanntem Anlass verkneife auch ich mir,Bilder,die aus meiner Sicht interessant sind ( Portraits,Bauwerke ect.), hier
einzustellen.
Gruß
Klaus
Richtig Klaus, schliesse mich Dir an, wobei ich mich selber auch nicht immer so genau daran halte....
Aber bei anderen FC's wird das knallhart gehandelt, d.h. schlicht und einfach abgelehnt.
Gruss René
Für die meisten ist der Sachverhalt in der Tat wahrscheinlich nicht ganz neu, aber ich finde gerade in den Community-artigen Websites wie piqs.de immer wieder Bilder, die gefährlich nah an einer Abmahnung sind.
@fotodruide: Ich nutze für diesem Hinweis gerne schon mal die Möglichkeit der PN an den Fotografen, der Rest ist dann wirklich Privatentscheidung. Andererseits bleibt zwar dann das Risiko für die Nutzer erhalten. Aber als Anbieter einer Website oder als Publizierer von Druckerzeugnissen kommt man so oder so nicht ums Urheberrecht drum rum. Für kreative Fotografen scheint das vordergründig anders zu sein, ist es aber nicht mehr, spätesten seit es Fotocommunities gibt.
Gruß, Uli
Hallo Uli
Ich habe es aufgegeben die Anwender auf rechtlich Bedenkliches hinzuweisen, meistens kommt keine Reaktion oder ist ja nicht so schlimm...
Im Endeffekt ist ja jeder User selber dafür verantwortlich.
Gruss, René
Hallo allerseits
Ich sehe, daß diese Geschichte wohl öfter ausgegraben wurde und sich wohl ein bisserl Resignation über die Jahre breit gemacht hat. Das kann ich verstehen. Da wollen die Moderatoren nicht auch noch filtern müssen was darf -was nicht ? Eigentlich kann das eine Überschaubare Truppe garnicht leisten.
Aus diesem Grund sollte jede/r, die /der diesen Beitrag liest, seine Schlüsse ziehen, wie sie /er damit umgeht.
Mein Vorschlag an die Admins( ihr macht das toll- mir ist der Job nicht fremd): Die Tags, die zu den Bildern gehören enthalten doch meist auch jene Worte, um die es uns hier geht- so habe ich jedenfalls viele Treffer erhalten.
Es wäre doch mit ein "bisschen SQL" (oder was auch immer bei euch die database ordnet -dbase 5.0 isses wohl nicht ;-]) möglich, dem User eine Nachricht zu senden, seinen Inhalt zu prüfen /den Tag einfach zu löschen? Die Wortliste ist wohl nicht sehr lang.
... nur ein Vorschlag ...
post mortem?
fd
Hallo fd, wir sehen nur die Bilder und den Titel, sonst nichts!
Gruss René
Na dann habt ihr ja Glück.
Hinter den Kulissen spielen sowieso andere Kriterien eine Rolle -da bin ich nur ein kleiner User, der sich denkt, er denkt , etwas beizutragen... *amhinterkopfkratz
War sehr informativ! Dank an alle !
Als Themen-beginner endet hier mein Part.
Grüße Fotodruide
Ich fand die Idee von fd gar nicht so schlecht.
Aber wahrscheinlich artet ein solcher Job schnell aus, so dass so was nebenbei kaum zu leisten ist.
Letztendlich haftet der Verursacher ja auch selbst, wenn er sich nicht schlau macht. Und so exklusiv sind die obigen Infos ja auch nicht.
Ich habe auch jeden Fall viel Freude an PIQS und an der aktiven Community hier.
Liebe Grüße,
Uli
Danke Uli, das freut uns sehr, dass es Dir hier Spass macht!
VLG René
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