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CGI für Einsteiger

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Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Samstag, den 15.04.2017 um 02:44 Uhr:

#1a

Hardware:
Könnt ihr auf eurem Rechner 3D-Daddels spielen? Dann ist er für Blender bereits bestens gerüstet.
Je nach Komplexität der Szenen kann Blender sehr speicherhungrig werden. Mein Hauptrechner hat 32GB an Board, doch die wurden noch nie großartig von Blender genutzt – nicht mal in Szenen mit zig-tausenden Grashalmen oder Fröschen, die vom Himmel regneten. ;) So viel Ram braucht man eher für Bilder mit extrem hohen Auflösungen (Gigapix), und für Blender ist vernünftigerweise bei 8K das Ende des praktisch Sinnvollen erreicht, wenn man nicht Christo heißt und Verpackungskünstler ist. Theoretisch ist jedoch jede Bildgröße möglich, also auch Terrapix, wenn man Zugang zum Bildmaterial der NASA besitzt und eine moderne Festplatte mit einem einzigen Bild füttern möchte, um zu erkennen, dass viele Sterne in Wirklichkeit Galaxien sind. ;)

Findige Techniker haben aufs CGI spezialisierte Maschinen entwickelt, die schnell und dennoch flüster-leise sind. Sie sind auch nicht teurer als eine sehr gute Kamera, aber ob man so was als Hobbyist wirklich braucht, sei mal dahingestellt. https://www.youtube.com/watch?v=LZLfnl9qTBU
[Ich verstehe zwar nicht, warum die Hersteller einen einzigen Cube bereits als „Farm“ bezeichnen, aber egal. Ich benutze experimentell eine Farm bestehend aus 5 TYAN Thunder Boards mit je 4 Server-CPUs, die einen Höllen-Lärm produzieren und ursprünglich der Berechnung von Bitcoins dienten. Zum Wegwerfen zu schade, also sind sie nun Blender-Render Sklaven in der Speisekammer. Und irgendwann ist der Goldpreis vielleicht mal so hoch, dass es sich lohnt, sie einzuschmelzen *träum* … falls sie es nicht zuvor bereits selbst schaffen, sich unter Volllast zu verflüssigen. ;) Apropos Flüssigkeiten: Fluids werden auch noch ein wichtiges Thema dieses Einführungskurses werden, also blast schon mal die Schwimmwesten auf. ;)]

Wer sich selbst einen „Rendercube“ basteln möchte, der suche auf Ebay für ein Taschengeld nach einem alten Motherboard mit Dualcore CPU und 8GB Ram. Dazu noch eine alte GTX-Graphiccard, eine 500GB Festplatte, et voila hat man eine brauchbare Workstation. (Gehäuse, das passende Netzteil und einen ganz fetten Flüster-Lüfter nicht vergessen! ;)) Wer eine gute Connection zur Müllabfuhr besitzt, kann so was auch umsonst bekommen … leider, denn es ist ein Armutszeugnis unserer Konsumgeilen Wegwerf-Gesellschaft. Andere Möglichkeit: Ebay Kleinanzeigen.
Merke: Nichts ist so gut, wie ein Computer, den man selbst gebaut hat. ^^
Solch ein Eigenbau schreit förmlich nach Linux64 (also Finger weg von Windows!), um das ganze Potential kostenlos aus der alten Möhre zu kitzeln, wovon nicht mal die damaligen Hersteller zu träumen wagten. Natürlich gibt es von Blender auch 32Bit Versionen, aber das ist so wie ein Porsche mit Käfer-Motor – und mal ehrlich: Wer möchte mit solch einer Blender-Karre an der Ampel angeben und dann von einem Golf GTI abgehängt werden? ;D

Durch die „Cicles Render“-Engine, die auf GPU- statt CPU- Berechnung setzt, lässt sich die Leistung des „Cubes“ erstrangig über eine bessere Grafikkarte steigern. Sie ist somit das Herz der Maschine und entscheidet über die Gesamtperformance.

Falls ihr Fragen oder Anregungen zu diesem oder anderen Kursabschnitten habt, dann stellt sie gerne in diesem Faden unter Angabe der Abschnittsnummer (in diesem Fall „#1a“).
Neu im CGI-Club ist Florian, den ich an dieser Stelle herzlich begrüße. :)

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Donnerstag, den 13.04.2017 um 11:34 Uhr:

#1:

Liebe PIQS-Gemeinde

Da einige von euch Interesse am CGI bekundet haben, möchte ich mit diesem Faden mal einen kleinen Einführungskurs basteln, um den Einstieg zu erleichtern. Er basiert auf eigenen Erfahrungen und wird durch YT-Tutorials unterstützt, die ich als sehr hilfreich/verständlich einschätze. Alle Kursabschnitte sind Plattform-übergreifend (Windows, Linux und Mac) - es muss sich somit niemand benachteiligt oder gar ausgegrenzt fühlen.
Dazu eine kleine Story in der von mir gewohnt exaltierten Art ;) vorweg:
Am Anfang erschufen die Götter des CGI das Licht und nannten es Blender, da es alles überstrahlte, was bislang und noch immer in den dunklen Sümpfen der kommerziellen Konkurrenz vor sich hin dümpelte. (Das war jener Ort, wo meinen 3D-Frösche einst beheimatet waren und mit dicken Backen Trübsal bliesen, bis sich ein Guru ihrer erbarmte und sie ins schon erwähnte Licht führte.)
Ok, das musste ich kurz loswerden, da ich ein radikal-fanatischer Verfechter kostenloser Software bin. ;)

Seid ihr bereit für das vorerst letzte große Abenteuer der Bilderstellung? Na, dann los ...
Alles beginnt mit einem Download. In diesem Fall: https://www.blender.org/download/
Zieht euch die passende Version für euer Betriebssystem (32 oder 64 Bit) und installiert das Licht auf eurem Rechenknecht, der dadurch fortan die Bezeichnung „Render Cube“ tragen darf. Blender ist nebenbei perfekt geeignet, um den Staub über die Lüfter der Grafikkarte nach außen zu blasen. Ich empfehle dennoch, den Rechner mit Pinsel und Staubsauger zuvor zu reinigen, da dieses Programm der Hardware alles abverlangen kann, was unter der Haube schlummert. Daran erkennt ihr auch, dass Blender für Smartphones ungeeignet ist, es sei denn, ihr wollt ein Handy als Herdplatte für Spiegeleier nutzen. *grinse*

Installiert? Fein, dann folgt das erste Warmwerden mit dem Monster, das niemand auf dieser Welt vollkommen beherrscht, da es sich um ein Gemeinschaftsprojekt vieler unabhängiger Public Domain Programmierer handelt und sich somit schneller entwickelt als die Nutzer.

Teil 1: Vergesst alles, was ihr bislang über die Verwendung von rechter und linker Maustaste wusstet, denn Blender ist anders …
Fenster und Navigation: https://www.youtube.com/watch?v=PN8gOw4CnP0
Dröger Stoff? Ja, aber immens wichtige Grundlage. Es gibt zwei Arten, mit Blender umzugehen: Maus und/oder Maus mit Tastaturkürzeln. Der Link zu einem PDF der Tastenkombinationen meines BlenderGurus ist im Video eingeblendet. Da muss man durch, wenn man ein Profi werden möchte. ;) Also am besten ausdrucken und an die Wand neben dem Bildschirm aufhängen. Nun wisst ihr auch, warum ich oft den Begriff der steilen Lernkurve benutze. Aller Anfang ist schwer, doch wenn man es einmal verinnerlicht hat, wird es zum Automatismus. (Wenn man aus einem Baby einen zukünftigen Hürdenläufer machen will, muss man dem Wonneproppen schließlich auch erst mal das Krabbeln beibringen, oder? Für wahr, ich bin als Blendernoob oft auf allen Vieren und dem Zahnfleisch gekrabbelt … aber nun nicht mehr, und ich kann schon einigermaßen grade stehen. ;))

Wenn ihr Fragen oder Anregungen zu meinen jeweiligen Kursabschnitten habt, dann postet sie gerne in diesem Forumsfaden. Je mehr aktiv mitmachen, desto höher ist der Synergieeffekt.

Vielen Dank für euer Interesse,
ritch