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Forum > Digitale Fotografie > „Fotozeitmaschine“ – Frage zur Nachbearbeitu

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„Fotozeitmaschine“ – Frage zur Nachbearbeitu

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Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 07.10.2016 um 13:01 Uhr:

Ein kleiner Erfahrungsbericht auf Grund eurer hilfreichen Tipps:
Ich habe die NIK-Filter nun getestet. Die Collection ist sowas von klasse und genau für meine Zwecke brauchbar, dass ich z.Z. am liebsten nichts anderes mehr machen würde, als an den Reglern zu schrauben.
Einziger kleiner Nachteil: Sie sind nicht in meinen GimpShop einzubinden. (Vielleicht gibt es dazu spezielle Tricks? (*)) Dafür funktionieren sie jedoch im Standalone einwandfrei. Hierbei gilt nur zu beachten, dass die zu bearbeitenden Bilder als Kopien zuvor in einen Arbeitsordner geschoben werden, da die Filter ansonsten die Originaldateien überschreiben, da es im Standalone natürlich kein Undo einer Hostplattform gibt. Aber für ein kostenloses Profiwerkzeug ist das locker zu verkraften. Also kann die Fotozeitmaschine aus dem digitalen Labor warmlaufen - und wenn ich damit keine SW-Nassplatte simulieren können sollte, dann liegt es nur noch an mir ... Steampunk voraus! :)
Auch die Vintage-Farbfilter und und Simulationen wirken so echt wie die alten Dias meiner Eltern! - was für ein Film.
Und last but not least die HDR-Manipulationen: Reines LSD unter der Sonne eines fernen Planeten. ;)

(*) So könnten Gimp(Shop) und NIK vielleicht doch zusammen funktionieren: http://bernhardhuber.blogspot.de/2013/05/using-niksoftware-in-gimp.html

Besten Gruß und vielen Dank nochmals,
ritch

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Dienstag, den 04.10.2016 um 17:59 Uhr:

Nun ja, dieser Mensch ist offensichtlich kein Deutscher. ;D Aber darum geht es ja nicht, und auf Youtube findet man weitaus schlimmere Kommentare gebürtiger Deutscher.
Übersetzt heißt das Ganze nur: Naßlplatten-Fotografie ist möglich, obwohl es eigentlich laut Dudenreform mit "ss" geschrieben werden müsste.
Aber das wäre mir zu aufwändig von der Technik als auch Korrektur jener, die Google-Translate benutzen aber keinerlei Ahnung von Fremdsprachen besitzen oder nicht wissen, dass auf einen langen Vokal "ß" statt "ss" folgt. Der Ausländer in meinem Link wusste zumindest das. ;)

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Dienstag, den 04.10.2016 um 16:15 Uhr:

Zitat: " Haben eine alte Polaroid-Kamera herumliegen sammeln Staub? Wussten Sie, dass Sie es für Nassplatte Kollodium Fotographie? AlternativePhotography schreibt,
Die meisten Kollodium Fotografen mit engagierten Nassplattenkameras, denn nasse Platten sind nicht schön, in irgendwelche gewöhnlichen modernen Kameras setzen. (...) Es gibt Anweisungen, wie ein paar normalen Mittel- und Großformat-Film-Kameras in der nassen Platte Prozess verwenden. (...) Der Nachteil ist, das Silbernitrat, möglicherweise tropft aus der Halterung in der Kamera und schließlich ruinieren"

(Ich liebe unfreiwillige Komik!)

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Dienstag, den 04.10.2016 um 08:32 Uhr:

Hallo Olli

Vielen Dank für die Information. Insbesondere der Tipp mit dem Stativ, da auch ich bislang der Meinung war, man könne mit einer Kompakten einfach drauf los knipsen. Was bei HDR natürlich nachvollziehbar nicht so ist, da sich bei Kompakten bei unterschiedlichen Blenden die Verschlusszeiten ändern. Soviel Zeit muss also sein, und schließlich haben sich die Fotografen des vorletzten Jahrhunderts noch viel mehr Zeit nehmen müssen - und von der Geduld menschlicher Motive gar nicht erst zu reden.
Mit der Naßplatte als Stichwort liegst Du vollkommen richtig. Mit dieser Technik braucht man keine digitale Nachbearbeitung mehr für ein historisch authentisches Foto. Beispiel: http://www.53feet.com/umfunktionieren-einen-vintage-polaroid-kamera-fur-nass-platte-fotografie/
sowie die Aktfotografien von Ewald Vorberg (Cyanotypien und Palladiumdrucke (Ziatypien) Kein Link, weil nicht vollkommen jugendfrei). Sehr aufwändig und teuer und vielleicht auch nicht besonders gesundheitsfördernd.
Ich denke, dass man sowas mit heutigen Computern in der Nachbearbeitung simulieren könnte. Entweder mit viel Geduld oder "Glück" oder der richtigen Anleitung durch einen Profi. Ggf. ergibt sich mit der Erfahrung dann auch ein ganz persönliches Filterset zur automatischen Bearbeitung, obwohl (da muss ich Martin Recht geben) es vielleicht nicht für jedes Motiv geeignet ist, beziehungsweise die erwünschte Wirkung erzielt. Dennoch bleibt der persönliche Stil als Markenzeichen.
Nun, die alten Fotografen um 1850 würden die Hände über den Kopf zusammenschlagen, wenn sie gewusst hätten, was heutige Kameras leisten können und dann jemand daherkommt, der mit dieser Science-Fiction-Technik Fotos produzieren möchte wie aus der Anfangszeit der Fotografie. *grins* Aber Retro besitzt einen gewissen Reiz in Zeiten überflüssiger Selfies und Bilderfluten ... denke ich. Im letzten Jahrhundert gab es einen ähnlichen Trend mit der Lomografie, die aus Wegwerfschnappschüssen mosaikhafte Kunstwerke erschuf - und dann kam der Verpackungskünstler Christo, der mit Giga- und Terrastiching die größten Bilder aller Zeiten produzierte ... es gibt also immer Nischen abseits des Mainstreams, die dazu auffordern, von experimentierfreudigen Enthusiasten besetzt zu werden. Selbst auf die Gefahr hin, als "Spinner" bezeichnet zu werden (was für mich als SF-Autor ganz normal ist) weil ich Bilder mag, die älter erscheinen als sie sind. ;)

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Montag, den 03.10.2016 um 15:39 Uhr:

Hallo Ritch,
entgegen der landläufigen Meinung, daß HDR quietschbunte Bilder liefern müsse, ist diese Technologie eigentlich dazu da, Helligkeitswerte (mittels Tonemapping) so zusammenzustauchen, daß sie mit normalen Anzeigegeräten darstellbar sind. Bei einem Motiv, das sich durch größere Lichtwertdifferenzen auszeichnet, als der Kamerasensor verarbeiten kann (d.h. i.d.R. mehr als 9 Blendenstufen), macht ein HDR aus meiner Sicht Sinn, auch wenn anschließend eine s/w-Konvertierung geplant ist. In jedem Fall vermeidest Du ausgerissene Spitzlichter und abgesoffene Tiefen, egal ob Farbe oder s/w.

Was den Retroeffekt angeht, gab es durchaus Aufnahmetechniken, die einen flauen Bildeindruck hinterlassen haben (frag mich jetzt aber nicht nach Details - mir spukt "Naßplatte" im Hinterkopf herum, damit kann ich aber auch danebenliegen). Dem fertigen Bild siehst Du meiner Einschätzung nach nicht mehr an, ob eine große Abstufung von mittleren Tonwerten durch die Aufnahmetechnik oder aber durch eine HDR-Bearbeitung zustande gekommen ist. Insofern kann auch ein s/w-HDR historisch korrekt wirken.

In jedem Fall aber solltest Du die kamerainterne HDR-Funktion nur mit Stativ (oder einer sonstigen !stabilen! Auflage für die Cam) nutzen. Bei Kompakten denkt man leicht, man könne sie während der drei Aufnahmen unbewegt halten, aber genau so oft täuscht man sich darin.
Gruß philEOS

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Montag, den 03.10.2016 um 12:33 Uhr:

Hallo Martin
Ilagam mit großem "i" ist vermerkt.

Meine Sony besitzt eine HDR-Serienautomatik. Ich habe aber bislang noch nie versucht, HDR-Farbilder für SW-Nachbearbeitungen zu nutzen. Wenn es einen Sinn ergibt, teile ich meine Erfahrungen diesbezüglich gerne mit.
Für RAW-Bearbeitungen nutze ich u.a. LigthZone, für Panoramen ICE, für Vergrößerungen und Vignetten BenVista-Produkte und zur perspektivischen Korrektur ShiftN. (Ich liebe ShiftN, da ich nicht schwindelfrei bin, um große Gebäude auf Augenhöhe zu fotografieren. ;)) Für alles andere GimpShop und Fotofiltre im normalen Workflow und zur Covergestaltung (Druckvorlagen und E-Books) ... und mit Glück dann auch NIK-Filter. Das ganze Paket hat so gut wie nichts gekostet - und Photoshop möchte ich mir als Hobbyist nicht wirklich leisten. Ansonsten nutze ich Poser und Bryce für "fotorealistische" 3D-Illustrationen. (Darf man solche Bilder hier auch hochladen, oder müssen Fotos unbedingt einer physikalischen Kamera entsprungen sein?)

Eine meiner Meinung nach sehr gelungene HDR-Bearbeitung habe ich hier gefunden: http://piqs.de/fotos/198376.html Leider nicht von mir.

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Ilagam
Ilagam sagte am Montag, den 03.10.2016 um 08:51 Uhr:

Hallo Ritch,
Wenn Du ein Bild von mir verwendest, dann bitte Ilagam und die Quelle (also Piqs.de)....ilagam ist nicht nur mein Pseudonym sondern auch schon so etwas wie mein Künstlername. Auch wenn es für mich damals aus dem Bauch/Herz heraus entstanden ist, und ihn auch schon des öfteren ändern wollte habe ich mich einfach an ihn gewöhnt und belasse es dabei. Ich habe es mit Absicht mal klein geschrieben....damit man auch sieht das der erste Buchstabe ein "i" ist. Bitte aber immer Groß schreiben. Danke.

Was die Internen HDR Funktionen von Kameras leisten können, kann ich nicht beurteilen denn ich besitze keine. Doch mein Smartphone hat das auch, ob es aber gleich umgesetzt wird weiß ich nicht. Ich sage mal die Funktion ist gut, aber Du hast keinerlei Einfluss auf das Ergebnis. Besser ist es mit mehrern Aufnahmen und unterschiedliche Belichtungszeiten zu arbeiten. Und diese dann mit entsprechenden HDR Programmen zu bearbeiten.

Das ist ja das schöne am Fotografieren und an der Nachbearbeitung....Du kannst tun und lassen was Dir gefällt.
Wenn Du allerdings auf diesen alten Style stehst...dann ist HDR und alt erstmal nicht so passend...aber warum nicht...wenn Du dadurch Deinen Style findest....Top.
Du wirst aber merken das vielleicht nicht jeder Style zu jedem Motiv passt. Und deswegen lege ich mich auch nicht fest.

Gruß Martin

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Montag, den 03.10.2016 um 02:21 Uhr:

Hallo Martin

Vielen Dank.
Nik Filter ist ein toller Tipp, und die Collection ist nun sogar kostenlos! Kannte ich noch nicht. Ich werde mal versuchen, es in Gimpshop zu integrieren. Soll ja laut Google angeblich möglich sein.

Wenn Dein sterbender Baum "nur" aus dem Bauch heraus entstand, dann hast Du augenscheinlich ein sehr gutes Bauchgefühl. Ich habe das Bild in meiner Lightbox, und mir wird sicher noch ein passender Anwendungszweck zur Gestaltung eines Buchcovers einfallen. Also umgekehrte Inspiration: Erst das Bild und dann der Text. (Einen passenden Song gibt es ja schon dazu: "Mein Freund der Baum ist tot, er starb im frühen Morgenrot ...", wobei man das Rot in einem SW-Bild ohne Handkolorierung natürlich nicht wörtlich nehmen darf. ;) Genaugenommen sieht der Baum noch nicht tot aus - ihm fehlt halt nur die Farbe der Blätter. Beeindruckt hatte mich die Simulation des Korns oder Fotopapiers. Es wirkt vollkommen "echt" und würde mit analogen Mitteln wohl Unsummen kosten. (Uralte Kamera mit originalem Film oder Fotoplatte und einem Entwicklungslabor aus der Zeit, als die Bilder das Laufen lernten - dazu müsste man im Werksmuseum von Eastman&Co so einiges entstauben und hundertjährige Laboranten aus dem Altenheim rekrutieren. *grinse*)
Kurz gesagt, ist es genau jenes Flair, das ich im Eingangsposting meinte: Fotozeitmaschine, also ein Paradebeispiel der Retrospektive in Technik und Kunst.
Ich bin erst seit ein paar Tagen auf PIQS und habe schon einige Bilder gefunden, von denen man nicht glauben möchte, dass es "nur" Amateurfotos sind. Manche Fotos sprechen Bände ("show don't tell") und sind äußerst inspirierend (für einen Autor und Verleger). Als einziger Wermutstropfen bleibt zu erwähnen, dass ich diese Community nicht schon vor Jahren gefunden habe.

Eine Frage noch zur Technik: Ich besitze eine HDR-fähige Kamera, vielleicht die einzige im Kompaktformat, die sowas kann. Könnte man HDR-Bilder vor der SW-Nachbearbeitung nutzen, um Überstrahlungen und Kontrastausrisse zu simulieren, oder ist HDR nur für die Farbfotografie von Nutzen?

PS: Wenn ich Dein Bild für ein Cover nutzen sollte, welchen Urhebernamen muss ich dann angeben? Dein Pseudonym oder richtigen Namen, den Du mir privat mitteilen kannst?

Beste Grüße und vielen Dank,
ritch

Benutzerbild von Ilagam
Ilagam sagte am Samstag, den 01.10.2016 um 15:31 Uhr:

...Ich finde auch das schon vorgefertigte Filter verwendet werden können. Dafür sind sie ja da. Doch man sollte versuchen sie nicht 1/1 darüber zu legen. Manchmal reicht das schon doch es fällt irgendwann auf. Hier zu meinem Bild kann ich nur sagen das ich es selbst bearbeitet habe...genaue Reihenfolge??? (Sorry aus dem Bach heraus)..Aber ich habe glaub ich auch einen Nik Filter genommen.
Gruß Martin

Benutzerbild von Ilagam
Ilagam sagte am Samstag, den 01.10.2016 um 15:23 Uhr:

Hallo Ritch
Ich nehme jetzt Bezug auf Deine Anfrage unter diesem Bild
http://piqs.de/fotos/198489.html
Ich bin kein Meister der Digitalen Nachbearbeitung meiner Bilder. Ich benutze zum größten Teil Lightroom und PS Elements. Also es ist kein Geheimnis...Ich mache alles aus dem Bauchgefühl und es ist aus Stimmungsabhängig + Motiv

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Freitag, den 30.09.2016 um 08:14 Uhr:

Es geht darum, „perfekten“ Digitalfotos in der Nachbearbeitung einen möglichst authentischen Flair vergangener Zeiten zu verpassen. Nicht gemeint sind vorgefertigte, lieblose one-click-Masken oder Overlayer, die Bildern Flecken, Kratzer oder Risse hinzufügen, sondern die qualitative Reduzierung von Korn und Kontraststufen als auch Linsenverzeichnung, so als hätte man ein uraltes Foto vor Augen, welches jedoch gerade erst entwickelt wurde. Oder anders ausgedrückt: Die Simulation einer Kamera des 19. Jahrhunderts mit originaler Platte.
Ich nutze Gimpshop und Photofiltre und meine bisherigen Ergebnisse als Laie sind diesbezüglich höchstens befriedigend aber noch lange nicht überzeugend.
Nun könnte man sich vielleicht fragen, welchen „Sinn“ das Ganze hat in Zeiten von Digitalkameras, deren Qualität sich daran festmacht, die Umwelt so abbilden zu können, wie das menschliche Auge sie wahrnimmt. Nun ja, die Retrospektive hat ihren Reiz, wenn man ein altes Familienfotoalbum besitzt aus einer Zeit, als sich die Fotografen noch ein schwarzes Tuch über den Kopf legten und bis Zehn zählten, während die Modelle nicht mal atmen durften oder beim Pulverblitz zusamenzuckten. ;)
Ich hatte mal eine alte Kiev Mittelformatkamera, doch die S/W-Filme waren bereits zu modern/qualitativ für den Touch vergangener Zeiten. Da half es auch nichts, sie im Keller selbst zu entwickeln. Ebenso wenig halfen mir die technischen Angaben von Kodak, Eastman&Co weiter, da sie wohl eher für Chemielaboranten geeignet sind.

Sollte es in der PIQS-Gemeinde Fachleute geben, die mir diesbezüglich Tipps&Tricks oder Links zu dieser speziellen Art digitalen Nachbearbeitung verraten möchten, wäre ich sehr dankbar und revanchiere mich dann mit Uploads scheinbar richtig alter Fotos aus der Pixel-Zeitmaschine mit garantierter Barrierefreiheit für Farbenblinde. ^^

Da hier externe Links ohne Werbehintergedanken erlaubt zu sein scheinen, möchte ich noch ein thematisches Beispiel meines Nachbearbeitungs-Ziels im Vergleich zu meinem ersten hochgeladenen PIQS-Foto im "50'er Style" posten: http://www.zementwerk-luebeck.de/gfx/historie.jpg
Es handelt sich hierbei um den gleichen Standort aus einer anderen Perspektive, und dieses Foto entstand 100 Jahre vor meinem. Der damalige Fotograf mag ein Profi gewesen sein, doch von der Qualität heutiger Kameras konnte er nicht mal träumen. Und heute ist es im Gegensatz dazu (zumindest für mich) sehr schwierig, die damalige Qualität digital zu simulieren.

Mit besten Grüßen,
ritch