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Forum > Digitale Fotografie > Monitorkalibrierung - einfacher als gedacht!

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Monitorkalibrierung - einfacher als gedacht!

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Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Donnerstag, den 22.06.2017 um 22:06 Uhr:

*sorry* - Eines noch angefügt: Mit RAW habe ich Kamera-technisch leider nichts zu tun. Aber das neue Gimp arbeitet bereits mit Farbräumen außerhalb der Consumerclass, sehr extrem, sofern es denn dafür auch irgendwann die entsprechenden Monitore geben wird ...

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Donnerstag, den 22.06.2017 um 21:55 Uhr:

Moin Olli,
also wenn Du bereits am Sehtest gescheitert bist, dann sollte Dein Monitor wirklich auf gewisse Farbschwächen kalibriert werden, damit Du das Bild genauso siehst wie "Normalsichtige".
Also schraube bei dem Farbtest solange herum, bis Du die Zahlen und Buchstaben erkennen kannst - und dann ist Dein Monitor perfekt für Dich eingestellt, sodass auch Andere sehen, was Du siehst. Andere Möglichkeit: Du hast eine hochwertige Kamera, also mache einen Weißabgleich und fotografiere Pflanzen, Wasser oder sonstige farbextreme Objekte. Lasse diese Bilder von Firmen ausdrucken, die auch hochwertige Fotobildbände erstellen. Vergleiche die Ausdrucke mit den Bildern auf Deinem Monitor und kalibriere ihn entsprechend.

Ich bin übrigens oft am Rorschachtest gescheitert, natürlich nicht wegen der Farben, sondern weil meine spontane Antwort immer Schmetterling, Tintenklecks oder Engel war, obwohl ich eigentlich immer der Meinung war, über eine besondere Phantasie zu verfügen. ;))

Es gibt übrigens auch farbenblinde oder vollkommen blinde Fotografen ... aber das ist ein anderer Film, der mit ganz anderen Mitteln bewältigt wird.

Ich denke, der Kalibrierungsaufwand lohnt sich letztendlich nur, falls irgendein Kommentator der Meinung ist, dass Deine natürlichen Fotos einen unnatürlichen Farbstich besäßen - aber das ist doch noch nie vorgekommen, solange ich Deine Fotos kenne. (Und ich liebe es sogar selbst , mit "perversen" Farben oder reduzierten Paletten zu experimentieren. ;)]

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Donnerstag, den 22.06.2017 um 18:55 Uhr:

Hallo Ritch,
danke für den Sehtest, bei dem ich grandios gescheitert bin. Demzufolge habe ich eine unbemerkte galoppierende Rot-Grün-Schwäche, was erklären würde, warum manche Leute manche meiner Kommentare als unpassend und bösartig empfinden ... :D
Ich bitte diejenigen um Entschuldigung, habe aber nun den gerichtsfesten Beweis, daß ich nichts dafür kann!!!

Entscheidend für die Frage, ob sich der Kalibrierungsaufwand lohnt, ist die zweite Hälfte des ersten Satzes (die so weit hinten im argumentativen Bogen zugegebenermaßen etwas untergeht): Wer RAWs selbst entwickelt, ist auf eine stimmige Farbanzeige angewiesen!
Wenn Du "nur" Fotos verschiedener Anbieter per Bildbearbeitung miteinander kombinierst, mußt Du eh ständig Farbanpassungen vornehmen, um die einzelnen Bestandteile untereinander passig zu machen, aber das Gesamtergebnis ist nicht unbedingt davon abhängig, farbecht zu sein.

Es ist erfreulich, daß Monitorhersteller das Thema Farbkalibrierung (wortwörtlich) "auf dem Schirm" haben, aber der normale Alterungsprozeß der Geräte macht irgendwann auch die beste Werkseinstellung zunichte.
Der Sinn meines Aufsatzes war eigentlich, Mut zu machen, das Thema Monitorprofilierung in Angriff zu nehmen, bevor Bild-Schaden entsteht, gerade weil es heutzutage eben KEINEN Nerd mehr erfordert, den Prozeß zu etablieren!
Gruß philEOS

Benutzerbild von ritch
ritch sagte am Donnerstag, den 22.06.2017 um 11:18 Uhr:

Sehr interessant, aber auch sehr nerdish, Olli. Da hätte ich eher Bedenken, mir das System wegzuschießen, nur um etwas einzustellen, was ich sowieso nicht erkennen kann.
Manchmal habe ich heruntergeladene Fotos, die in einem anderen Farbraum erstellt wurden. Mir fällt es nicht auf, aber wenn ich sie in GIMP lade, teilt mir das Programm den Farbraum mit und fragt, ob es systemgerecht konvertiert werden soll. Nach der Konvertierung hat sich nach meinem Empfinden nichts geändert.
Sind solche Kalibrierungsgeräte nicht eher für alte Röhrengeräte gedacht oder minderwertige Flachbildschirme, da heutige Gräte bereits werksseitig kalibriert und via plug&play eingebunden werden?
Ich hatte den Werkstreiber/Filter meines Monitor-Anbieters heruntergeladen und ihn gegen den von Windows erkannten ausgetauscht. Das Ergebnis war, dass die Windows Bild-Vorschau anschließend keine korrekten Farbwerte mehr zeigte. Alle anderen Grafikprogramme liefen weiterhin korrekt. Ich denke somit nicht, dass ich meinen Flatscreen mit speziellen Treibern aufpimpen oder gar Diagnose-Hard/Software benutzen muss, solange die Fotos so dargestellt werden, wie ich die Farben in Natur vor Augen hatte. (Es ist übrigens ein BENQ mit automatischer Helligkeitsanpassung im Nightmode, was man aber auch per analogem Schalter deaktivieren kann. Die anderen voreingestellten und wählbaren Farbschemata richten sich wahrscheinlich eher an Nutzer mit bestimmten Farbsehschwächen. Und das lässt sich einfacher testen: https://www.sehtestbilder.de/online-sehtest-kostenlos.php - denn wenn ich als Normalsichtiger solch einen Test nicht bestehen würde, dann stimmt wirklich irgendetwas nicht mit meinem Monitor. Und dieser Schaden tritt bei Billigfirmen meist kurz nach Ende der Garantiezeit als Sollbruchstelle ein. ;))

Beste Grüße,
ritch

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Montag, den 18.04.2016 um 20:53 Uhr:

@ old girl: Meine Ansprüche an Uploads sind eben sehr hoch - insbesondere die an meine eigenen Bilder!
;-) philEOS

Benutzerbild von old girl
old girl sagte am Montag, den 18.04.2016 um 20:17 Uhr:

Danke Olli für die guten Tips, erstaunlich das du dies alles weist,
du trotzdessen, sehr wenige Bilder zur Beurteilung einstellst``
LG Ute

Benutzerbild von Michi Nordlicht
Michi Nordlicht sagte am Montag, den 29.02.2016 um 18:22 Uhr:

Komplexes Thema...danke für die Mühe.
Gruß, Michi

Benutzerbild von Olli.Garch
Olli.Garch sagte am Freitag, den 26.02.2016 um 12:21 Uhr:

Für einen engagierten Fotografen ist es eine der größten Horrorvorstellungen, das gesammelte Bildmaterial auf Dauer zu versauen, weil der Bildschirm farbfalsch eingestellt ist. Insbesondere wenn man in RAW fotografiert und die Bilder erst am Rechner entwickelt, können sich fehlerhafte Monitorfarben katastrophal auswirken.

Eine versierte Fotofreundin läßt in regelmäßigen Abständen ein paar Testbilder vom Internetlabor ihres Vertrauens auf Papier ausbelichten, um anhand dieser Abzüge die Monitoreinstellung von Hand nachzujustieren. Das gleiche Vorgehen kann man mit allerhand käuflichen Farbkarten zelebrieren – immer vorausgesetzt, man hat ein gutes Auge und läßt sich nicht davon irritieren, daß Druckfarben aus subtraktiver und Bildschirmfarben aus additiver Farbmischung entstehen.

Wer lieber auf die Unbestechlichkeit technischer Lösungen vertraut, ist womöglich schon einmal auf Colorimeter der Firmen Spyder oder X-Rite a.b.a. Colormunki gestoßen. Dabei wird ein Sensor-Puck auf den zu kalibrierenden Bildschirm gehängt, der Farben aufnimmt, die von der zugehörigen Software auf den Monitor gespielt werden. Die bei Abweichungen zwischen erwarteter und erfaßter Farbe erforderliche Korrekturtabelle wird ins Betriebssystem des Rechners eingespeist und bei Bedarf in die Grafikkarte geladen.

Etliche technisch versierte Kundenkommentare auf z.B. Amazon bemängeln, daß die mitgelieferte Software dieser Geräte (zumal der preisgünstigen Exemplare) künstlich ausgebremst wird – die Geräte selbst können viel mehr, als dem Käufer tatsächlich als Funktionsumfang zur Verfügung gestellt wird. Anstelle dieser Software wird eine professionelle Freeware empfohlen: Das Argyll Colour Management System läßt dem Vernehmen nach keine Wünsche offen, sei aber als kommandozeilenorientierte Software reichlich unhandlich in der Bedienung. Nette Programmierer haben aber eine graphische Benutzerschnittstelle namens DisplayCal (vormals DispCalGUI) dazu geschrieben, die die Bedienung vereinfache; allerdings sei die Installation nur etwas für Versierte, da etliche Bibliotheken nachinstalliert und Treiber umgestellt werden müßten.

Natürlich machen solche Informationen nervös. Doch dann stieß ich auf eine Informationsseite zu zahlreichen Foto- und Videothemen, die sich in folgendem Beitrag auch der Kalibrierungsthematik widmet:

http://www.fotovideotec.de/displaycal/

Okay, man muß ein bißchen Spaß am Lesen haben, denn ein komplexes Thema wie Farbmanagement läßt sich nicht in einigen wenigen Sätzen erklären. Aber immerhin ist die Anleitung deutsch, ausführlich, aber nicht ausufernd, gut bebildert und geht auf verschiedene Installations-Szenarien ein. Ich fühlte mich damit wie an der Hand genommen und durch den ganzen Prozeß geführt, der im übrigen erstaunlich problemlos funktionierte.

Der Installer von DisplayCal läßt sich von besagter Seite direkt herunterladen und übernimmt die restliche Installation, auch die von Argyll CMS. Offenbar ist DisplayCal mit seiner ansprechenden, deutschsprachigen und übersichtlichen Oberfläche im Vergleich zum Vorgänger deutlich weiterentwickelt worden. Man muß keineswegs Nerd sein, um Installation und Bedienung zu durchblicken.

Auch der Meßprozeß selbst wird bei Fotovideotec.de anschaulich beschrieben, einschließlich zweckmäßiger Hinweise, welche Kalibrierungs- und Profilierungsprozeduren sinnvoll sind und welche nur für spezialgelagerte Sonderfälle notwendig erscheinen.

Was mich betrifft, hat mir die Investition von rund 90 Euro für den ColorMunki Smile und eine Stunde Zeit für Installation und Prüfung des Bildschirms das gute Gefühl vermittelt, farbtechnisch auf der richtigen Seite zu stehen, zumal alle Bildschirme im Haushalt nun das (fast) gleiche Bild liefern. Ich kann diese Methode uneingeschränkt allen empfehlen, die ebenfalls sichergehen wollen, ohne das Budget allzu sehr zu strapazieren.

Gruß philEOS